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Tierisches Triple @ Splitter - 01-21

schloss der tiere - 2. margeriten im winter

Delep & Dorison - Splitter
 

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Hunde jagten sie vor die Tür: Es gilt, diesen Winter zu überstehen... Der Tierschlossparabel zweiter Teil. * www.splitter-verlag.de * Rezension Teil 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem tollen Auftakt für das im Wortsinne fabelhafte Schloss der Tiere legen die Macher, was die Verpackung angeht, adäquat nach. Das Cover der im Schneegestöber der (sozialen) Winterkälte frierenden Katzendame Miss Bengalore ist ein Gedicht (das wir auch dem der limitierten Deluxe-Fassung vorziehen). Im Inneren offenbart die Zusammenarbeit von Szenario-Veteran Xavier Dorison mit dem hochtalentierten Zeichen-Debütanten Félix Delep aber einige Längen. Beim Versuch, eine beharrlich-friedfertige Revolution der Überzahl der vermeintlich schwächeren Hoftiere gegen die korrumpierten Machthabenden in Hunde- und Rindviech-Gestalt in Szene zu setzen, fühlt man sich fast ins Klein-Klein eines endlos palavernden Parlaments versetzt. Besonders im Mittelteil gibt es Wiederholungen im Text, die Panels werden des öfteren arg kleinteilig. Erst im letzten Drittel des Bandes nimmt das Ganze wieder an Fahrt auf. Zur Halbzeit des offenbar auf vier Teile angelegten Projekts gibt es eine Art Unentscheiden: zwischen gewiefter, skrupelloser Tyrannei und den moralisch-intellektuell überlegenen Pazifisten - sowie zwischen dem stärkeren ersten und dem zumindest streckenweise etwas nachlassenden zweiten Band.

die fünf reiche - 1. mit all meiner kraft

 
Lewelyn - Lereculey / Splitter
 

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Auch die tollen Tiercharaktere aus Die 5 Reiche sind ein Trio-Teamwork: gezeichnet von Jérome Lereculey, getuscht von Lucyd und in Farbe getaucht von Dimitris Martinos. * www.splitter-verlag.de *

TIPP

Die 5 Reiche sind von Hybridwesen mit menschlichen Extremitäten, aber Tierköpfen, bevölkert. Das zentrale Eiland Angleon, eine Seemacht, geführt von Raubkatzen, wird im ersten Band der in einem Fantasy-Mittelalter angesiedelten Saga vorgestellt. Die von Bären, Hirschen, Drachenechsen und Affen bewohnten übrigen vier Kontinente werden die Leser wohl in den Folgen des ersten (offenbar auf sechs Bände angelegten) Zyklus genauer kennenlernen. Mit all meiner Kraft will Tiger-Prinzessin Mileria ihre Chance auf die Thronfolge ihres todkranken Vaters König Cyrus gegenüber ihrem Cousin Hirus wahren. Ihre Schwester Astrelia hat mehr damit zu tun, das Kind eines Löwen-Gardisten in sich zu tragen... Am Hofe Angleons werden in schönster Game of Thrones-Manier munter Intrigen gesponnen, Verwandte und andere Raubtiere bringen sich für den Kampf um die Macht in Stellung. Ob die Handlungsstränge, die das Delcourt-Autorentrio Lewelyn (Andoryss aka Mélanie Guyard, David Chauvel & Patrick Wong) auf den ersten rund 60, von Jerome Lereculey meisterhaft gezeichneten Seiten ausrollt, sich über die Langstrecke des tierischen Großprojekts zu einem stimmigen Ganzen fügen? Die zweite ins Deutsche übersetzte Folge ist bereits für Februar angekündigt. Der erste Band jedenfalls schafft es mit seinem unerwarteten Finale, Erzählkonventionen gegen den Strich zu bürsten.

 

danthrakon - 1. das gefrässige grimoire

 
Arleston / Boiscommun - Splitter
 

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Dieses Buch geht tierisch unter die Haut. Sechs animalische Völkerschaften kabbeln sich um das Danthrakon. * www.splitter-verlag.de *

 

Am besten man beginnt den ersten Band von Christophe Arlestons von Olivier Boiscommun gezeichneter neuer Trilogie Danthrakon mit dem ans Ende gesetzten, sepiafarbenen 8-Seiten-Grafik-Dossier. Neben einer kurzen Vorstellung einer Handvoll Hauptfiguren werden die sechs Völkerschaften dieser neuen anthropomorphen Fantasy-Serie aus Frankreich vorgestellt: neben den Menschen fünf Fantasie-Tierrassen, in der Lage, durch "die Magie des Blutes" ihre Gestalt zu verändern: die luchartigen Kohatolas, die bärengleichen Bursus, die streitsüchtigen Nabire-Drachen, die Kobl-Nager und die (bei allem Respekt vor der Übersetzung von Harald Sachse) wohl kurzsichtigen Mandriol-Reptile. Den furiosen Einstieg in die Geschichte bildet eine blutig endende Verfolgung über den belebten "Markt von Kompiam, berühmt vom tief verschneiten Ajipur bis an die Grenzen des glamatischen Reiches", der ebenfalls als Skizze Teil des Dossiers ist und es auch vergrößert auf die hintere Buchdeckelinnenseite geschafft hat. Hier und in der ersten Hälfte des ersten Bandes sind Boiscommuns detailfreudige, auf sehr dynamische Panels verteilte Zeichnungen eine Pracht, ab Seite 37 wird es leider gröber und hastiger im Strich (ob des näherrückenden Abgabetermins?). Es ist zu hoffen, dass sich dies in den folgenden zwei Teilen nicht wiederholt - Potential hat der Beginn der Story um das titelgebende Zauberbuch Danthrakon: Als Das gefrässige Grimoire fährt dessen Magie in den Küchenjungen Nuwan, der nebst der üppig dekolletierten Studentin Lereh vom grausamen Nabir-Inquisitor Amutu verfolgt wird.

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