EXIL / THE CLIMB - D-KINOSTARTS 20.08.2020

EXIL

Komplizen Film / Alamode * Deutscher Kinostart 20.08.2020

filmz 08 20 EXIL Perfide gemobbt oder in Wahnvorstellungen abgedriftet? Ein Kosovare im deutschen Exil. Der Film war Panorama-Beitrag der 70. Berlinale.

* Trailer* Verleih-Film-Website * Produktions-Film-Website *

TIPP

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pandemiebedingt verschoben - jetzt aber kommt mit Visar Morinas Exil einer der interessantesten deutschsprachigen Filme des Jahres endlich doch ins Kino hierzulande. Der aus dem Kosovo stammende Regisseur & Drehbuchautor inszeniert (in Teilen autobiographisch) die Ängste eines Landsmannes in Deutschland - oder dessen Paranoia? Pharmaingenieur Xhafer kann sich die (eine schlimme Phobie bedienende) tote Ratte oder den brennenden Kinderwagen am Eingang seines Hauses nur mit Mobbing aus Fremdenfeindlichkeit erklären. Als der undurchsichtige Kollege Urs, den er dabei am meisten in Verdacht hat, sich in der Firma erhängt, sind auch beim Zuschauer durch die vieldeutige Erzählweise bereits Zweifel gestreut - es könnte doch auch sein, dass Protagonist Xhafer überreagiert, wie sogar seine Frau meint. Die Ehe mit der nebenbei promovierenden deutschen Mutter seiner zwei Kinder ist angeschlagen, Kollegen & falsche Freunde lassen ebenfalls von ihm ab - Xhafer fühlt sich auf allen Ebenen im Exil. Das mitunter surreal anmutende Pyschogramm ist mit Mišel Matičević als Xhafer, Sandra Hüller als Ehefrau sowie u.a. Rainer Bock und Thomas Mraz als Kollegen hervorragend besetzt und von Kameramann Matteo Cocco & Bühnenbildner Christian Goldbeck  mit einprägsamen, klaustrophobischen Bildern aus dem labyrinthischen Gängegewirr der grüngelblichen Bürovorhölle versehen.

the climb

Sony Pictures Classics / Prokino * Deutscher Kinostart 20.08.2020

1 climb the Intimer Zwist im Radsattel - ein Anstieg der besonderen Art: The Climb.

* Trailer* Verleih-Film-Website * Produktions-Film-Website *

TIPP

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ebenfalls durch Corona mit Verzögerung gestartetes Indie-Kino: The Climb des Regie-, Drehbuch- sowie Haupt- (& Selbst-)darsteller-Duos Kyle Marvin & Michael Angelo Covino. Im Festival-Zirkel von Cannes (Un Certain Regard, Preis der Jury) über Sundance bis Wien erfolgreich gelaufen, dauerte es bis jetzt, bevor das spezielle Buddy-Movie auch regulär (zumindest nach aktuell gültigen Abstands-Standards) im deutschen Kino starten konnte. Der öfters sehr komische, auch mal tragische, trudelnde Schlagabtausch zwischen zwei Männerfreunden, dem notorisch-toxischen Egomanen Mike und dem gutmütig-unterspannten Kyle ist selten vorhersehbar und höchst kompetent durchchoreografiert. In sechs Kapiteln und Momentaufnahmen aus dem Leben dieses `odd couples´ erzählt, gewinnt der auf Basis eines ebenfalls in Sundance präsentierten Kurzfilms entwickelte Streifen die Zuschauer schon mit der langen Einstiegssequenz, in der der trainiertere Radsportler Mike seinem hinterherhechelnden Freund Kyle in sicherem Abstand eröffnet, mit dessen Braut geschlafen zu haben - um in der Folge nicht von Kyle, sondern von einem zunächst unbeteiligten Citroen 2CV-Fahrer verdroschen zu werden. Sehenswert.

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