Alpha - Liebe & Loslassen - neu im Kino
alpha
Plaion Pictures - D-Kinostart 02.04.2026
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Nach ihren früheren Filmen Raw (2016) und dem mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnetem Titane (2021), untermauert Julia Ducournau mit Alpha ihren Ruf als eine der radikalsten Filmemacherinnen unserer Zeit. Wobei sich das berührende Drama in erster Linie über Emotionen und Körperlichkeit definiert. Was zunächst wie eine düstere Pandemie-Erzählung anmutet, entfaltet sich als vielschichtige Reflexion über das Loslassen geliebter Menschen. Im Zentrum steht die 13-jährige Alpha (Mélissa Boros – Le Silence de Sibel), die mit den Wirrnissen des Erwachsenwerdens konfrontiert wird: Angst, Wut, Trotz – all das bricht sich Bahn, als ein impulsives Tattoo sie möglicherweise mit einer tödlichen, durch Blut übertragbaren Krankheit infiziert. Die Krankheit selbst bleibt im Film bewusst unscharf, erinnert aber in ihrer gesellschaftlichen Aufladung an die AIDS-Krise der 80er- und 90er-Jahre: Unsicherheit, Stigmatisierung und vor allem die Angst, geliebte Menschen zu verlieren. Diese Angst spiegelt sich eindringlich in der Beziehung zwischen Alpha und ihrer Mutter (Golshifteh Farahani – Paterson), einer Ärztin, die täglich gegen die Folgen der Seuche ankämpft. Ihre Fürsorge kippt dabei immer wieder in Kontrollzwang – ein Ausdruck von Liebe, der zugleich erdrückt. Eine zweite emotionale Achse bildet die Figur des Onkels Amin (Tahar Rahim – Ein Prophet), dessen Drogensucht das Thema des Festhaltens noch einmal variiert. Zwischen Rückfällen und kurzen Momenten der Hoffnung wird deutlich, wie zermürbend der Versuch sein kann, jemanden zu retten, der vielleicht nicht gerettet werden will. Gemeinsam mit Kameramann Ruben Impens entwirft Ducournau eine Welt aus entsättigten Farben und morbider Schönheit. Mit der geheimnisvollen Seuche Infizierte verhärten in einem quälend langsamen Prozess zu marmornen Skulpturen und zerfallen schließlich zu Sand – ein ebenso verstörendes wie poetisches Bild für das innerliche Erstarren angesichts von Krankheit und Verlust. Die verschachtelte Erzählstruktur des Films, die Gegenwart, Erinnerungen und traumartige Visionen ineinanderfließen lässt, fordert Aufmerksamkeit, belohnt aber mit einer intensiven emotionalen Verdichtung. Wenn am Ende die erzählerischen Fäden zusammenlaufen, entfaltet Alpha eine Wucht, die lange nachhallt. - gb ♦ |
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