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REVIEWS CATALOG 05-2018

 

 

world 04 18 Camarao

Hugh Masekela ´66-´76

Wrasse - Harmonia Mundi

catalog 04 18 Masekela

Verdienstvoller Kämpfer gegen Apartheid & soziale Missstände: Hugh Masekela (1939-2018) - vor, während und nach 30 Jahren Exil. http://hughmasekela.co.za Das Covermotiv der Buchdeckel-Cardboard-Triple-CD stammt vom Album Masekela (von 1968, dem Jahr der Ermordung von Martin Luther King & Bobby Kennedy in den USA), damals ein Flop - "A very dark look at a very dark time."

 

TIPP
 

Am 23. Januar segnete Hugh Masekela 78-jährig das Zeitliche. Wer bisher nur seinen veritablen 84´er Disco-Smash-Hit Don´t go loose it Baby kannte, kann sich mit der vorliegenden feinen Triple-CD-Zusammenstellung einen Überblick über die produktivste Phase im Frühwerk dieses ungemein umtriebigen & einflussreichen südafrikanischen Trompeters, Sängers & Songschreibers verschaffen. Die gewählte Zeitspanne '66 - '76 versammelt 47 Tracks von 11 Alben Masekelas, ausgewählt noch vom Künstler selbst, produziert mit Langzeit-Kollaborateur Stewart Levine und damals auf beider eigenem Label Chisa (zeitweise bei Motown im Vertrieb) veröffentlicht. Zwei der Alben dieser Periode, Masekela Introducing Hedzoleh Soundz und I Am Not Afraid sind hier gar komplett enthalten. Virtuos an Trompete. Flügelhorn, Kornett aber auch am Klavier, fusionierte Masekela gekonnt Jazz, Funk, südafrikanische und andere Stile des schwarzen Kontinents. Verwunderlich, dass dieses schon früh souverän & ausgereift wirkende Repertoire lange nicht erhältlich war.

Pete Townshend - Who Came First - 45th Anniversary expanded Edition

Eel Pie - UMC / Universal

"A normal childhood rarely produces highly creative and hugely successful pop or rock stars." Pete Townshend geht in seinen ausführlichen Linernotes dahin, wo es - gerade persönlich - weh tut. Doch er hat auch Erfreuliches zu vermelden. Die remasterte & limitierte Longbox-Doppel-CD-Ausgabe seines Solo-Debuts Who Came First zum 45. Release-Jubiläum ist lediglich die erste aus einer nun angekündigten Serie von Townshend-Solo-Reissues. Nimmt man die hier vorgeführte formidable Ausstattung als Maßstab, kann sich der Fan auf Boni-geladene state-of the art-Ausgaben solcher Highlights wie Empty Glass (1980), All the best Cowboys have Chinese Eyes (1982) oder White City (1985) freuen, gegen die das in Townshends Meher Baba-Guru-Phase enstandene WCF von 1972 noch wie eine durchwachsene Fingerübung wirkt. Acht bisher unveröffentlichte Tracks, Edits, alternative Versionen & Liveaufnahmen, das Originalposter aus dem Jahr 1972 und ein 24-seitiges Booklet voller Fotos & anderer Abbildungen erhöhen jedoch auch hier den Genussfaktor erheblich und lassen die Zeit bis zu weiteren Releases der Reihe (hoffentlich) nicht zu lang werden. Play Tracks I-3-5. www.thewho.com/pete-townshend * http://petetownshend.net

The Who sind im Juni in den Staaten auf Tour.

TIPP
 
 

catalog 04 18 PeteTownshend

Glenn Frey - Above The Clouds - The Collection

Geffen / Universal

Above The Clouds. Ob Glenn Frey, Bob Seger-Kumpel, Hall of Fame-Mitglied, neben Don Henley Kopf der Eagles, seit 2016 aus dem berühmten Hotel California ausgecheckt und wohl auf einer Wolke im Westcoast-Himmel, diese Würdigung seines Solo-Schaffens gefallen hätte? Aus Anlass von Freys siebzigsten Geburtstag gibt es heuer posthum zwei Best-of-Formate, von denen auch die bescheidenere Digipak-CD mit 15 Tracks (incl. eines abschließenden Lyin´ Eyes/Take It Easy-Live-Medleys) die Solo-Highlights ab 1980 Revue passieren lässt (Linernotes von Ian McCann): Parallel erscheint für ganz harte Fans ein gleichnamiges, vierteiliges-Boxset, das drei CDs und eine Live-DVD beinhaltet. Aber The Heat is on, You Belong To The City oder der für eine Folge von Miami Vice geschriebene Smuggler´s Blues sind natürlich auch bei der schlanken Variante mit von der Partie.
https://glennfrey.com

 

catalog 04 18 glenn frey

Johnny Cash - The Music Forever Words

Various Artists / Sony

Nein, es ist nicht Johnny Cash oder sein Geist, der hier zu Beginn die lebensgegerbte Stimme erhebt. Es ist der mittlerweile ebenfalls über 80-jährige Cowboy Kris Kristofferson der in `johnnier than you´-Manier einige späte Zeilen von Cash für seine kurz zuvor verstorbene Ehefrau June Carter Cash zum Besten gibt, eingeleitet von einigen I Still Miss Someone-Gitarrenakkorden von Willie Nelson, aus der gleichen Altersliga. Da muss sich das nachfolgende, von Filius John Carter Cash ebenfalls zur Auseinandersetzung mit Versen aus dem Nachlass seiner berühmten Eltern gebetene junge Gemüse schon erheblich anstrengen, um ähnlich bleibende Eindrücke zu hinterlassen. Aber was heißt das schon, den wesentlich jüngeren Ex-Soundgarden Frontmann Chris Cornell hat es nach seinem Beitrag ebenfalls schon aus dem Leben gerissen (2017, Suizid), was You Never Knew My Mind eine leicht makabre Note verleiht. Forever Words - The Music versammelt weiter JCs älteste Tochter (& JCC´s Halbschwester) Rosanne Cash, Elvis Costello, John Mellenkamp oder Alison Krauss & Union Station, die einige der handgeschriebenen Gedichte, Texte und Notizen in Musik setzen. Manches erzeugt intime Momente, anderes fällt zu countryesk-konventionell aus, um bleibende Eindrücke zu hinterlassen. Book * Video Roeseanne Cash * www.johnnycashonline.com * www.johnnycash.com * www.johnnycashmuseum.com

 

catalog 04 18 Cash music never

M.F.S.B. - The Definitive Collection

Robinsongs - Cherry Red / Rough Trade 

Get Down With The Philly Sound. M.F.S.B. (Mother, Father, Sister, Brother), dieser lose Zusammenschluss von Studiocracks aus Philadelphia, Pennsylvania fungierte nicht nur als Backing Band für bekannte Acts der Güteklasse The O´Jays, Teddy Pendergrass, Harold Melvin & The Bluenotes oder The Three Degrees. Mit letzteren im Background entstand 1974 die Philly-Hymne schlechthin: T.S.O.P., eine Nr.1 der R&B- und der Pop-Charts, die zur Titelmelodie der Soul Train-TV-Show wurde. Die legendären Philadelphia International-Komponisten & -Produzenten Kenny Gamble und Leon Huff setzten mit ihren typischen, disco-affinen Streicher- und Bläserarrangements für ihr Haus- & Hofsensemble auch ein Zeichen gegenüber der Black Music-Vorherrschaft des Motown Labels. The Definitve Collection enthält auf zwei CDs satte 32 Tracks www.thenewmfsb.com/html/intro.htm Die Liner Notes im 4c-Booklet mit den arg klein geratenen Single-Labels stammen von MOJO & Record Collector-Spezialist Charles Waring. http://cherryred.co.uk

 TIPP
 

catalog 04 18 mfsb

Jah Wobble - The 30 Hertz Albums

Cherry Red / Rough Trade

Drei komplett unterschiedliche Alben aus dem ausufernden Jah Wobble-Katalog, hier zusammengefasst als The 30 Hertz Albums. John Joseph Wardle aka Jah Wobble, früher u.a. Bassist bei Public Image Ltd (PiL), tat sich in den 80ern auch solo und in Kollaborationen (etwa mit Holger Czukay & Jaki Liebezeit für den genialen Genremix-Hammer How Much Are They) hervor. Mittlerweile hat der Mann Arbeiten mit so unterschiedlichen Partnern wie Baaba Maal, Björk, Primal Scream, Brian Eno, Sinead O'Connor oder The Edge auf dem Buckel. Die ersten drei Alben auf Wobbles eigenem 30 Hertz-Label erscheinen hier remastered, im Original-Design als Papp-Stecktaschen: The Celtic Poets (mit `Dubliner´ Ronnie Dews knarzigen Gedicht-Rezitationen), die ebenfalls noch ´97 veröffentlichte Yamaha QY Sequenzer-Chose Requiem (die Wobble in der Rückschau mit seinem gespaltenen Verhältnis zur katholischen Kirche einzukreisen sucht) und the light programme (mit ´95-97 aufgenommenen Instrumentals). Ergänzt von den Tracks Magical Thought(Radio Edit) & 30 Hertz. Im Extra-Booklet exklusive Liner-Notizen von Jah Wobble höchstselbst. "I can hear myself beginning to really flower as a composer." Play Tracks I-3,7,8. III-1,4,7. http://cherryred.co.uk

 
 

catalog 02 18 wobble 30 hertz

camarao - The imaginary soundtrack to a brazilian western movie

Analog Africa / Groove Attack

world 04 18 Camarao

Im mit vielen Fotos reich bebilderten Booklet auch ein Interview mit dem 2015 verstorbenen Camaraowww.analogafrica.com

Hören wir gleich Polka? Was außer Akkordeonklängen wohl von dem seltsam gewandeten Kameraden auf dem Cover zu erwarten ist? Bandleader & Komponist Camarao, dem Analog Africa-Labelchef Samy Ben Redjeb 2012 auf Reisen nach Belém und Recife hinterherforschte, steht für Forró - die gegenwärtig ein umfassendes Revival erlebende Tanzmusik aus dem Nordosten Brasiliens. In den 60ern bestand der Verdienst des populären Sanfona-Virtuosen vor allem darin, den traditionellen Forró mit Bläsersätzen aufgepeppt zu haben - nachzuhören auf den 16 Tracks des Albums. In den Liner Notes wird nebenbei die Prägung einer musikalischen Ära durch die Radiostation Radio Difusoria de Caruarú & das Plattenlabel Rozenblit aus Pernambuco geschildert. Beim Klang der historischen Handharmonika sind heute zwar Abstriche zu machen, doch folgt man diesem authentisch-lebendigen Imaginary Soundtrack to a Brazilian Western Movie gern in die ursprüngliche Forró-Blütezeit - von 1964-1974.

attention! The HI-LO´s!

Jackpot / In-Akustik

Attention! Acapella-Alarm. Von Gene Puerlings The Hi-Lo's steht ein interessantes Re-Issue ins Haus: nämlich die rare, in Deutschland einst auf Baccarola herausgegebene LP, mit Musik der Originalalben Under Glass, The Hi-Lo´s in Stereo & The Hi-Lo's On Hand. Die restliche Musik dieser drei Platten, die damals nicht für den deutschen Longplayer ausgewählt wurde, sind nun als Bonusprogramm angefügt, komplettiert von weiteren vier Songs aus der gleichen Zeit, die bisher nur als Columbia-Singles erschienen waren.

Alle Tracks wurden 24-bit-digital remastert und sind als 3-Panel-Digipak-CD erhältlich. Das Album hat die Redaktion noch nicht erreicht.

www.singers.com/jazz/Hi-Loshistory.html



 

catalog 04 18 Hi Los

Frank Sinatra - Baby Blue Eyes...may the first voice you hear be mine

Capitol / Universal

"Even if I´m old and grey - you make me feel so young." Ja, das Baby auf dem Baby Blue Eyes-Cover ist in der Tat Frank Sinatra. Dessen jüngste Tochter Tina, zwar nicht wie ihre Geschwister Teil der singenden Sinatra Family (mit Frank Jr., & Nancy), als Filmproduzentin oder Buchautorin (My Father´s Daughter) aber bereits verschiedentlich multimedial mit der Auswertung des Sinatra-Oeuvres beschäftigt, hatte die Idee, den Columbia-, Capitol- und Reprise-Katalog nach Songs zu durchforsten, die neben junggebliebenen Sinatra-Fans auch Eltern und eventuell auch deren kleinen Kindern gefallen könnten. Auch wenn das `Baby´ in vielen Titeln ursprünglich eine andere Konotation mit sich brachte, Tracks wie Ain't She Sweet, A Baby Just Like You, Isn't She Lovely oder How Cute Can You Be sollen hier nun vorrangig das Kind in der Hörerschaft ansprechen. Nicht alle Titel erschließen sich sofort in diesem Kontext, aber bei High Hopes mit seinem Kinderchor etwa oder dem abschließenden Cradle Song (Johannes Brahms' Wiegenlied) ist der Frankieboy-Fall klar - und für alle Fälle ja noch mit überdeutlichem Untertitel versehen: ...May the first Voice you hear be mine. www.franksinatra.comhttps://sinatrafamily.com/news/frank-sinatra-baby-blue-eyes



catalog 04 18 Baby Blue Eyes

You make me feel so young-Video *

THE SOUND OF THE KING´S SINGERS

Parlophone / Warner

Das englische Vokalsextett The King's Singers feiert 2018 sein 50-jähriges Bestehen - sort of, denn seit der ersten Besetzung 1968 gab es regelmäßig eine solche Vielzahl personeller Wechsel, dass es heute über 25 ehemalige `KS-Veteranen´ und schon seit Beginn des neuen Jahrtausends kein Originalmitglied mehr in der aktuellen Formation gibt. Man stelle sich das bei den Rolling Stones vor... Eine Konstante ist zumindest die Besetzung mit zwei Countertenören, einem Tenor, zwei Baritonen und einem Bass. Dergestalt auch in der Tiefe des Raumes stabil aufgestellt, reklamiert das Ensemble bei aller Genrevielfalt (von Klassik & Kirchenmusik bis Folk & Pop) im mittlerweile Tausende von Titeln umfassenden, mehrsprachigen Repertoire einen individuell wiedererkennbaren Vokal-Sound. Anhand von drei ihrer bekanntesten Alben kann sich die geneigte Hörerin einen Überblick über den (80´s-)Sound der King´s Singers verschaffen: mit der Madrigal History Tour von 1984, Film- & Musical-Schlagern der Comedian Harmonists von 1985 und America von 1989, einer Hommage an US-Pop von Paul Simon, Randy Newman oder Jimmy Webb. www.kingssingers.com



catalog 02 18 KingsSingers

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