Der Boss zürnt. Springsteen gegen ICE & Trump - Streets of Minneapolis
Streets of minneapolis
Single: Columbia / Sony
|
Deliver me from...Minneapolis: Just zum aktuellen Home Entertainment-Release von Springsteen: Deliver Me From Nowhere, der bei der Kritik hoch angesiedelten filmischen Aufarbeitung seiner depressiven Nebraska-Phase (1982, Prä-Born in the USA - s.u.), ist der Boss mit seinem Protest gegen Trumps brutale ICE-Truppen wieder in aller Munde. Springsteen veröffentlichte das spontan als Reaktion auf das zweite Todesopfer der aus dem Ruder gelaufenen Razzien der Einwanderungs-Polizei eingespielte Streets of Minneapolis inclusive Lyric Videoinnerhalb von 4 Tagen nach Alex Prettis (& zuvor Renée Goods) Tötung auf der Straße. Der Song schoss auf Platz 1 der US-Digi-Charts. Am 30. Januar 2026 trat Springsteen als Überraschungsgast beim Benefizkonzert von Tom Morello (Rage Against The Machine) im Club First Avenue in Minneapolis auf, um Spenden für die Familien der Opfer zu sammeln und spielte das Stück erstmals live solo (sowie später Power to the People mit Morello & Co., Live-Video). Der Song, der den Opfern sowie den Bürgern von Minneapolis gewidmet ist und mit Trumps "federal thugs" und den Polit-Schergen Miller & Noem hart ins Gericht geht, gleicht in der Machart weniger dem eigenen Streets of Philadelphia von 1993/94 als einem Bob Dylan- oder Woody Guthrie-Protest-Song (check out Billy Braggs zeitgleich enstandenes City of Heroes!). Springsteen belässt es aber nicht beim Gesang zur Akustikgitarre (& Mundharmonika), sondern geht mit Drums, E-Gitarren und einem vielstimmigem Chor nach der ersten Strophe mehr in die Breite. Mehr als durch seine musikalische Qualität punktet dieses Streets of MInneapolis natürlich durch Haltung und Zivilcourage: "ICE out now!" |
"King Trump´s private army in our midst" während der Operation Metro Surge.
"Stay free. Bruce Springsteen." |
springsteen: deliver me from nowhere
DVD, Bluray, 4K Ultra HD : 20th Century Fox - Disney / Leonine - Seit 23.01. im Stream auf Disney+
|
Starke Performances von Hauptdarsteller Jeremy Allen White (The Iron Claw / The Bear: King of the Kitchen) und Jeremy Strong (The Apprentice – The Trump Story - sic!) als loyaler Manager Jon Landau tragen den Film über die Entstehung von Bruce Springsteens Longplayer Nebraska von 1982. Nach seinem epischen Doppelalbum The River, mit der angestammten E Street Band aufgenommen, und der sich anschließenden anstrengenden Tour fält der immens erfolgreiche, aber immer wieder auch depressiv mit sich hadernde Rockstar in ein Loch. Kreativ zieht er sich am eigenen Schopf aus der Misere - mittels der spartanisch-düsteren, im gemieteten Schlafzimmer auf nur vier Spuren gebannten Nebraska-Songs, die Studio-Personal und Plattenfirma noch einiges an Stress bescheren sollten. Der reale Springsteen, der dem Film-Projekt über die eigene Krise umfangreichen Input (s.u.) und seinen Segen gab, erzählt auch über die Kino-Leinwand einmal mehr von der Diskrepanz zwischen dem amerikanischen Traum und der US-Realität - der Film könnte nicht besser nach 2025/26 passen. Gegen diverse Widerstände (und mit Landau im Rücken) setzt der `Boss´ seine vergleichsweise unkommerzielle Findungsnphase durch, legt aber auch den Grundstein für den späteren, insbesondere von republikanischer Seite gern vereinnahmten Hit Born in the USA. Auch privat beschreitet Springsteen in dieser Zeit neue Wege - sein Vaterkonflikt wird aufgearbeitet und die Rolle der Faye Romano, gespielt von der Austalierin Odessa Young, ist ein Mashup mehrerer Beziehungen (u.a. der 5 Jahre mit Joyce Hyser), bevor sich der Musiker Anfang der 90er fest mit seiner heutigen Frau Patti Scialfa verband. Regisseur Scott Cooper (musik-erfahren mit Crazy Heart) zeichnet ein stilles, intimes Porträt eines innerlich zerrissenen Künstlers, der gleichzeitig mit seinen Dämonen und den Major-Label-Gesetzen ringt. Nur am Anfang bekommt man etwas Rock-Konzertatmosphäre auf Augen & Ohren - Jeremy Allen Whites Golden Globe-nominierte Bühnen-Performance ist in der Tat erstaunlich - nach hingebungsvollem Training mit Gesangs- & Gitarrencoach, wie Interessierte aus den Bonus-Clips erfahren. Springsteen lieh White dazu gar seine Gibson SJ-200 (von der -Gitarrenfirma flugs neu aufgelegt...). * www.springsteenmovie.de/synopsis/
|
Rockstar Pose zu Beginn - dennoch kein gängiges Music-Biopic. Bluray - Bonusmaterial:
Mehr vom `Boss´: www.cinesoundz.de/specialz/5671-springsteen-special-8-19 ♦ www.cinesoundz.de/soundz/pop/6180-that-soulful-noise-bruce-springsteen-only-the-strong-survive ♦ |
© this page sr/cinesoundz 25/26 © pics: 20th Century Fox - Disney / Leonine * Columbia / Sony





